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Kategorie: Sonstiges

Die City West startet durch

Die City West startet durch

Nur wenige Minuten vom Waldorf Astoria
Nahe Waldorf Astoria die heißeste Cocktailbar der Stadt

Spektakulär: Das Waldorf Astoria in Berlin. Und an seinem Fuß das wiederbelebte Romanische Café. Einst Treffpunkt der berühmtesten Köpfe unserer Stadt. Das Bikini-Haus ist DIE Flaniermeile an der Gedächtniskirche. Mit dem neugestalteten Zoopalast und der Zooba, die zu leckersten Drinks die berühmte Focaccia bereitstellt. Nur wenige Meter von hier entfernt ein weiteres Highlight der Stadt, deren Puls niemals schläft. Das BLOND. Klick aufs Bild und besuche die Website der „Best Gay Bar Berlin 2012“.

Ein sinnliches Beispiel

Ein sinnliches Beispiel

Das Buch zum Genuss
Ein Genussbarometer stellte sich in der Berliner Kulturbrauerei vor
Genussbarometer Deutschland – so heisst das Buch von Thomas Platt, das am vergangenen Donnerstag in der Berliner Kulturbrauerei vorgestellt wurde. 25 Autoren widmen sich einem Thema, über das man eigentlich nicht so sehr schreiben kann als es vielmehr zu leben. Und so saßen dann einige Autoren auf dem Podium, um dort einander und einem Publikum aus wenig mehr als 40 Besuchern Rede und Antwort zu stehen, „wie wir zu leben verstehen“.
Ein Genießer schweigt
Ganz genüsslich hörte einer den Betrachtungen über den Genuss der Deutschen zu. Sie reichten von 5-Sterne-Restaurants im Saarland bis zur Arbeitslosenproblematik in den Neuen Bundesländern (Jutta Voigt, Kolumnistin DIE ZEIT). Der eine Zuhörer indes tat, worüber alle anderen redeten. Er genoss. Er genoss eine Montecristo No.2 – und ihm war sichtlich wohl dabei. Auch er ist einer der Autoren dieses Buches – und seine Sichtweise des Themas liest sich so:
„Sind Zigarrenraucher von Natur aus friedlichere Menschen oder werden sie erst durch ihre Zigarren zumindest weniger aggressiv? Ich beobachte in meinem Raucherzimmer immer wieder, wie eine Robusto innerhalb einer knappen Stunde aus einem gehetzten, unzufriedenen Zeitgenossen einen entspannten, offenen Menschen macht. Im Raucherzimmer sind alle gleich. Mann und Frau, gesellschaftliche Elite und Durchschnittsbürger sind vereint im Dunstkreis ihres Genusses. Deshalb ist es auch lächerlich, wenn immer wieder versucht wird, ausgerechnet für Damen besondere Zigarren zu entwickeln. Es gibt nur schlechte und gute Zigarren, und letztere schmecken allen Afficionados.“
Statistische Größen
Dr. Maximilian Herzog war als Autor mit bei der Veranstaltung, die die „Große deutsche Genuss-Studie 2004“ oder besser gesagt, deren Ergebnis mit Essays über die verschiedenen Möglichkeiten, sich dem Thema Genuss zu nähern, vorstellte. Dabei ist es durchaus bemerkenswert, dass comX-Vertreterin Nicole Warthum den Wert der Studie begründet, aus der immerhin auch hervorgeht, dass 52% der Deutschen (aus 500 Befragten) mit einen privaten Plausch „ihre Arbeit genussvoller gestalten“.
Max Herzog rauchte genüsslich seine Zigarre, und hielt so ganz nebenbei einen Plausch mit Axel Heim, dem Ex-Präsidenten des Verbandes der Zigarettenindustrie. Der „Pate“ der Veranstaltung, JTI-Manager Dr. Christof Ehrhardt: „Jeder Mensch hat einen ganz speziellen Genuss. Und für uns, die wir jetzt die Marken Camel, Winston, Reyno, Overstolz u.a. vertreten, ist interessant, unter welchen Umständen Menschen in Deutschland genießen.“ Während Verlagschef Christoph Link die Vernissage seiner jüngsten Buchproduktion moderierte, waren Herzog und seine Gesprächspartner bereits fernab jeglicher Diskussion über Genuss und Genießer.
Ein schwarzer Aktenkoffer beim Genussforum
Vielleicht ging es im Dunst seiner Zigarre unter, als Staatssekretärin Monika Beck (Saarland) das teure Küchenchef-Casting eines Oskar Lafontaine würdigte, vielleicht hörte Maximilian Herzog gar nicht, als FAS-Redakteur Alexander Marguier seine Befindlichkeiten über Couch-Genießer zum besten gab. Und vielleicht hatte Max – wie ihn die Freunde seiner Zigarren-Kollegs oft nennen – gar nicht gesehen, dass Dr. Jürgen Schatzmann, Dienststellenleiter der Landsvertretung Brandenburg, mit seinem schwarzen Aktenkoffer direkt aus seiner Amtsstube gekommen war.
Aber all das macht wohl den Genießer aus, dass er für einen Moment – und sei es nur für die Dauer einer Montecristo im 2er Format – all das vergessen kann, was uns unseren manchmal zähen Alltag im Schnelllauf der Zeit so seltsam wesensfremd erscheinen lässt.

Eine Seefahrt ins „Paris des Ostens““

Eine Seefahrt ins „Paris des Ostens““

Der Wetterbericht hatte – wie in der östlichen Mittelmeerregion so üblich – nur lapidar 3-4 Windstärken bei moderater See zu vermelden. Keine besonderen Vorkommnisse. In 29 Stunden würden wir Beirut erreicht haben, wenn alles so bliebe wie es war. 20 Seemeilen vorher begann Don – unser Kommunikationsoffizier – die libanesische Einwanderungshörden anzufunken. Über die nächsten zwei Stunden versuchte er dies: Keine Antwort auf Kanal 16. Da erwies sich die Errungenschaft des Funktelefons als große Hilfe. Ich hab ein Netz, rief Thorsten, der sich um die technischen Abläufe an Bord kümmerte. Ein Anruf im Hafen von St.George/Beirut, und wir hatten eine Telefonnummer.
Wo ist das Breakwater?
Dass am anderen Ende der Leitung kein Hafenmeister war, sondern in feinstem Französisch vermeldet wurde, wir seien hier im Restaurant gelandet, liess uns schmunzeln. Aber das kann schon mal passieren. Kanal 11 ist der Anrufkanal, erklärte man uns unter der Funktelefonverbindung. Oscar Charlie, Oscar Charlie – this is sailing yat Terpsichore. Can you read me? Don konnte diese Worte schon im Traum sprechen. Da die Antwort. Positionsangabe und 6 Meilen vor der Küste wiederholt melden. Den Kurs genau gesetzt, wurde auch diese Meldung abgegeben. Bitte im Breakwater zum Einlaufen in den Hafen melden. Eines kam uns allerdings fremd vor. Weshalb? Wir fragten nach der Genehmigung für St.George /Beirut. Die Anweisung hiess jedoch Jouniye – der Sitz des libanesichen Automobilclubs ATCL. Und man hat zu folgen, also folgten wir. Feuerwerk und unzählige Lichter begrüßten uns bei unserer Ankunft. Eines indes war nicht zu sehen. Das grüne Funkel, zweimal alle 5 Sekunden. Ratlosigkeit. Oscar Charlie, Oscar Charlie – can you help?
Fischerboote mit überdimensionalen Scheinwerfern auf Beutezug wiesen uns den Weg. Und am Rande der Hafeneinfahrt die Auskunft: Dies ist nicht Jounif harbour. Dies ist der Automobilclub. Da riefen uns Stimmen aus 50 Meter Entfernung an einer Tankstelle. 8 Personen in Zivil und Uniform. Die Behörden warteten schon auf uns. Eincheck – fragender Blick auf den Pass unseres türkischen Freundes, der uns auf der Überfahrt begleitet hatte – und bitte bis zum Morgen nicht von Bord gehen.
Lieferservice der besonderen Art
Haben Sie genug Proviant an Bord? Ja, etwas haben wir noch. Nicht viel, aber doch genug. Nur einige Minuten später erschien ein Uniformierter, sprach mit Jan, der offenbar die Koordination von Hafen und Behörden unter sich hatte. Ein Paket mit Fladenbroten und leckerster Pastete wurde uns übergeben. Guten Appetit. So vieles in unüblich im Morgenland. Nabil („Ich bin nicht der Hafenmeister, nur der Manager des Clubs.“) ruft mich am nächsten Morgen zu sich. Es sei ihm sehr unangenehm, aber unser türkischer Mitreisender hätte ein Visum benötigt. Und obgleich ich ihm immer wieder erkläre, dass dies mein Versehen wäre, beteuert er sein Bedauern. Wir erhalten einen zweitägigen Shore-Pass für Mahmut, für uns gibt’s eine Woche.
Liegegebühren und Ausnahmen von der Regel
Zugleich will Nabil die Regeln des Clubs klären. Ob es mir denn so passe. Die ersten drei Tage sind kostenlos, dann staffelt sich die Liegegebühr nach Liegedauer. Je länger wir bleiben, desto teurer wird es. Das ist ganz klar, das ist immer so. Aber jetzt erst erklärt er mir genaueres. Mit jeder Woche steigt der Tagessatz. „Wir haben hier nicht so viele Gastplätze, deshalb erhöhen wir bei längerer Liegedauer die Preise.“ Wie in Abrahams Schoß fühlen wir uns hier. Die Ausflugsziele werden uns empfohlen, Taxipreise ausgehandelt und selbst für unsere kleine Daisy – immer mitreisende Cockerdame – gibt’s eine Ausnahmegehmigung im sonst „hundefreien“ ACTL.
Nach zwei Tagen müssten wir abreisen, fragen nach einer Sondererlaubnis, mit der unser türkischer Begleiter wenigstens noch einen Tag geduldet wird („Ich bleibe an Bord.“ Ist sein Angebot an die libanesischen Behörden.). Prompt erscheint ein Uniformierter mit der Genehmigung – die gleich um einen weiteren Tag verlängert wird. So lange wollten wir sowieso bleiben. Mit großer Abschiedszeremonie geht’s am Spätnachmittag auf den Weg zurück in die Türkei, auf direktem Weg wollen wir Zypern südlich runden.
Tschüs und bis zum nächsten Mal, verabschieden wir uns. Wir haben neue Freunde gefunden. Ein vorletztes „Oscar Charlie. We are leaving.“ Dann hat die See uns wieder.